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Wirken meine Nahrungsergänzungsmittel? Was eine Blutuntersuchung zeigt – und was nicht

Immer mehr Menschen lassen ihre Blutwerte untersuchen, um herauszufinden, ob die Einnahme ihrer Nahrungsergänzungsmittel den gewünschten Effekt hat. Das klingt zunächst logisch. Eine Blutuntersuchung ist jedoch nicht bei jedem Nährstoff gleichermaßen aussagekräftig. Bei manchen Nährstoffen liefert sie wertvolle Informationen. Bei anderen lässt sich anhand der Blutwerte nicht zuverlässig beurteilen, ob die Einnahme den gewünschten Effekt hat. Wer diesen Unterschied kennt, kann unnötige Untersuchungen und Fehlinterpretationen vermeiden.

Wann ist

Was Blutwerte über Ihre Nährstoffversorgung aussagen

Für viele klassische Vitamine und Mineralstoffe stehen etablierte Messverfahren und gut untersuchte Referenzbereiche zur Verfügung.

Hinweis: Haben Sie etwas Geduld, wenn Sie mit der Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels beginnen oder die Dosierung ändern. Bei vielen der nachfolgend genannten Nährstoffe ist der Blutspiegel erst nach acht bis zwölf Wochen stabil genug, um erneut beurteilt zu werden. Der geeignete Messzeitpunkt kann je nach Nährstoff, Dosierung und persönlicher Situation abweichen.

Vitamin D

Vitamin D ist ein bekanntes Beispiel. Der Marker 25-Hydroxyvitamin D, kurz 25(OH)D, wird zur Beurteilung des Vitamin-D-Status herangezogen. Werte unter 50 nmol/L werden häufig als unzureichend betrachtet. Welche Zielwerte im Einzelfall angemessen sind, hängt jedoch unter anderem von den verwendeten Leitlinien und der persönlichen gesundheitlichen Situation ab. Lassen Sie den Befund deshalb fachkundig einordnen.

Vitamin B12

Auch bei Vitamin B12 kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein. Entscheidend ist jedoch die Wahl des geeigneten Laborparameters. Eine Messung des Gesamt-Vitamin-B12 im Serum liefert eine erste Orientierung, sagt aber nicht immer ausreichend viel über die tatsächliche Verfügbarkeit im Körper aus. Die zusätzliche Bestimmung von aktivem Vitamin B12, dem sogenannten Holotranscobalamin, kann die Beurteilung ergänzen.

Laboratorien verwenden für Holotranscobalamin unterschiedliche untere Referenzgrenzen, häufig zwischen etwa 25 und 70 pmol/L. Maßgeblich ist daher immer der Referenzbereich, der auf dem jeweiligen Laborbefund angegeben ist.

Eine genauere Beurteilung kann insbesondere bei vegan lebenden Menschen, älteren Personen sowie bei Menschen sinnvoll sein, die Säurehemmer oder Metformin einnehmen.

Eisen und Ferritin

Die Beurteilung des Eisenstatus ist komplex. Ein einzelner Laborwert reicht in der Regel nicht aus. Ein aussagekräftigeres Bild ergibt sich, wenn unter anderem Ferritin, Hämoglobin und Transferrinsättigung gemeinsam beurteilt werden.

Ferritin muss dabei mit besonderer Vorsicht interpretiert werden: Der Wert kann bei Entzündungen erhöht sein, selbst wenn die Eisenspeicher vermindert sind. Beginnen Sie deshalb nicht allein aufgrund eines Ferritinwertes mit der Einnahme eines Eisenpräparats.

Ein Ferritinwert unter 30 µg/L wird zunehmend als möglicher Hinweis auf einen Eisenmangel betrachtet. Die verwendeten Grenz- und Referenzwerte können sich jedoch je nach Labor, Leitlinie und individueller Situation unterscheiden. Beachten Sie daher den Referenzbereich auf Ihrem Befund und lassen Sie die Ergebnisse fachkundig einordnen.

Magnesium

Unsere Fachberaterinnen und Fachberater hören regelmäßig die Frage: „Laut meinem Bluttest ist mein Magnesiumwert in Ordnung. Warum schlafe ich trotzdem schlecht?“ Das kann verschiedene Ursachen haben. Außerdem ist wichtig zu verstehen, was ein Magnesiumwert im Serum zeigt – und was nicht.

Serummagnesium ist messbar, bildet den gesamten Magnesiumstatus des Körpers jedoch nur eingeschränkt ab. Weniger als ein Prozent des Magnesiums im Körper befindet sich im Blut. Der überwiegende Teil ist in Knochen, Muskeln und Organen gespeichert. Ein normaler Serumwert schließt eine unzureichende Versorgung des Gewebes daher nicht mit Sicherheit aus.

Dennoch ist die Bestimmung von Serummagnesium nicht wertlos. Ein deutlich erniedrigter Wert sollte immer ernst genommen und fachkundig beurteilt werden. Ein normaler Serumwert bedeutet umgekehrt nicht automatisch, dass alle Beschwerden auf eine ausreichende Magnesiumversorgung schließen lassen.

Tipp: Eine mögliche ergänzende Untersuchung ist die Bestimmung des Magnesiumgehalts in den roten Blutkörperchen, das sogenannte Erythrozyten-Magnesium. Die Aussagekraft dieses Tests wird nicht in allen Leitlinien gleich bewertet und die Untersuchung ist weniger gebräuchlich als die Bestimmung im Serum. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder dem Labor, welcher Test in Ihrer Situation sinnvoll ist. Wählen Sie bei einer Direktbeauftragung möglichst ein nach DIN EN ISO 15189 akkreditiertes medizinisches Labor.

Folat und Omega-3-Fettsäuren

Auch Folat und der Omega-3-Status können bestimmt werden. Folat lässt sich sowohl im Serum als auch in roten Blutkörperchen messen. Die Bestimmung in den roten Blutkörperchen kann ein stabileres Bild der längerfristigen Versorgung vermitteln.

Der Omega-3-Index erfasst den Anteil von EPA und DHA in den Zellmembranen roter Blutkörperchen. Er kann zeigen, wie sich die Einnahme von Fisch- oder Algenöl auf den Omega-3-Status auswirkt. Welche Zielwerte medizinisch sinnvoll sind und wie der Befund zu interpretieren ist, sollte im Zusammenhang mit der persönlichen gesundheitlichen Situation beurteilt werden.

Was sich mit einer Blutuntersuchung nicht zuverlässig beurteilen lässt

Bei vielen pflanzlichen Inhaltsstoffen und sekundären Pflanzenstoffen stehen für die Routinediagnostik keine aussagekräftigen Bluttests oder etablierten Referenzbereiche zur Verfügung. Dazu zählen beispielsweise Curcumin, Quercetin, Resveratrol, EGCG, Withanolide aus Ashwagandha und Bromelain.

Diese Stoffe werden im Körper teilweise schnell umgewandelt und können nur in sehr geringen Konzentrationen im Blut vorkommen. Ein einzelner Blutwert hat deshalb meist keinen etablierten diagnostischen Nutzen. Ob ein pflanzliches Präparat den gewünschten Effekt hat, lässt sich in der Regel nicht anhand eines routinemäßigen Bluttests beurteilen.

Beobachtete Veränderungen bei Energie, Schlaf, Belastbarkeit oder Erholung können persönliche Hinweise liefern. Sie ersetzen jedoch keine medizinische Beurteilung und beweisen nicht automatisch, dass ein bestimmtes Präparat die Ursache der Veränderung ist.

Häufige Fehler bei der Interpretation von Blutwerten

Ein verbreiteter Irrtum ist die Annahme, ein Wert innerhalb des Referenzbereichs bedeute automatisch, dass die Versorgung optimal ist. Referenzbereiche werden anhand bestimmter Vergleichsgruppen und Messverfahren festgelegt. Sie geben nicht in jedem Fall an, welcher Wert für eine einzelne Person angestrebt werden sollte.

Auch der Messzeitpunkt wird häufig unterschätzt. Blutwerte können durch Ernährung, Flüssigkeitszufuhr, Infektionen, Medikamente und die Tageszeit beeinflusst werden. Der Zinkspiegel kann beispielsweise während einer Infektion sinken, während Ferritin bei Entzündungen ansteigen kann. Ein einzelner Laborbefund ist daher immer im jeweiligen klinischen Zusammenhang zu beurteilen.

Außerdem bilden Blutwerte nicht bei jedem Nährstoff unmittelbar die Versorgung des Gewebes ab. Bei Magnesium befindet sich weniger als ein Prozent der Gesamtmenge im Blut. Auch bei Vitamin B6 erfordert die Interpretation erhöhter oder erniedrigter Werte Fachkenntnis und muss im Zusammenhang mit Dosierung, Einnahmedauer, Beschwerden und dem verwendeten Test erfolgen.

Wann ist eine Blutuntersuchung sinnvoll?

Eine Blutuntersuchung ist besonders hilfreich, wenn es einen konkreten Anlass gibt. Bei einer pflanzlichen oder veganen Ernährung kann beispielsweise eine regelmäßige Kontrolle von Vitamin B12, Eisen, Zink und Vitamin D sinnvoll sein. Welche Werte untersucht werden sollten und in welchen Abständen, hängt von der persönlichen Ernährung, möglichen Beschwerden, Vorerkrankungen und bereits eingenommenen Präparaten ab.

Wer über längere Zeit hoch dosiertes Vitamin B6 einnimmt, sollte die Dosierung und Einnahmedauer fachkundig überprüfen lassen. Hohe Dosierungen können das Risiko für Nervenschäden erhöhen. Eine Blutuntersuchung kann Teil der Beurteilung sein, ersetzt jedoch nicht die medizinische Bewertung von Beschwerden und Einnahmemenge.

Auch Medikamente können den Nährstoffstatus beeinflussen. Metformin kann beispielsweise mit einem niedrigeren Vitamin-B12-Status verbunden sein. Säurehemmer können die Aufnahme von Vitamin B12 und Magnesium beeinflussen. Auch bei anderen Medikamenten, darunter hormonelle Verhütungsmittel und Statine, können Wechselwirkungen mit dem Nährstoffstoffwechsel relevant sein. Ob daraus in Ihrem Fall ein Untersuchungs- oder Supplementierungsbedarf entsteht, sollte medizinisch beurteilt werden.

Bei anhaltenden Beschwerden wie Müdigkeit, Kribbeln, Konzentrationsproblemen oder Haarausfall ist eine ärztliche Abklärung ratsam. Solche Beschwerden können zahlreiche Ursachen haben und sollten nicht allein einem Nährstoffmangel zugeschrieben werden.

Eine Blutuntersuchung selbst beauftragen

Inzwischen können zahlreiche Blutuntersuchungen auch direkt bei einem Labor in Auftrag gegeben werden. Achten Sie darauf, ein seriöses, nach DIN EN ISO 15189 akkreditiertes medizinisches Labor zu wählen.

Bei Nährstoffen wie Vitamin D, Vitamin B12 und Eisen können Blutwerte zeigen, ob sich der gemessene Nährstoffstatus nach einer Supplementierung verändert. Bleibt ein Wert trotz regelmäßiger Einnahme niedrig, können unter anderem die Dosierung, die Einnahmeweise oder eine beeinträchtigte Aufnahme eine Rolle spielen. Dies sollte fachkundig beurteilt werden.

Bei vielen Pflanzenextrakten gibt es dagegen keine etablierten Blutwerte, mit denen sich ihre Wirkung zuverlässig überprüfen lässt.

Die fachgerechte Interpretation der Ergebnisse erfordert eine individuelle Beurteilung. Ein einzelner Laborwert berücksichtigt weder Ihren Lebensstil noch Ihre Ernährung, Beschwerden, medizinische Vorgeschichte oder eingenommenen Medikamente.

Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden oder auffälligen Laborwerten immer an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere dafür qualifizierte medizinische Fachperson.

Fazit

Eine Blutuntersuchung kann ein wertvolles diagnostisches Hilfsmittel sein – vorausgesetzt, sie wird für geeignete Nährstoffe eingesetzt und fachgerecht interpretiert. Bei Nährstoffen wie Vitamin D, Vitamin B12, Folat und Eisen können Laborwerte wichtige Hinweise auf die Versorgung liefern.

Bei vielen Pflanzenextrakten und Adaptogenen stehen dagegen keine etablierten Blutwerte für die Routinediagnostik zur Verfügung. Persönlich wahrgenommene Veränderungen können Hinweise geben, beweisen aber nicht automatisch die Wirksamkeit eines Präparats. Bei Beschwerden, auffälligen Werten oder Unsicherheit ist eine fachkundige medizinische Beratung daher immer die beste Grundlage.

Sie fragen sich, welche Ihrer Nahrungsergänzungsmittel sich überhaupt sinnvoll testen lassen? Unsere Fachberaterinnen helfen Ihnen gerne weiter per Telefon, WhatsApp oder E-Mail. Telefon: +31 318 64 89 89 · WhatsApp: +31 683 702 040 · E-Mail: info@gezondheidaanhuis.nl

Quellen

Über diesen Artikel

Geschrieben von:

Nicole Raven
Nicole Raven Orthomolekulare Therapeutin

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