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Wie lesen Sie ein Supplement-Etikett?
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Die Rückseite einer Verpackung ist informativer als die Vorderseite, aber nicht immer einfach zu lesen. Auf dem Supplement-Etikett steht nämlich genau die Information, die Sie benötigen, um eine fundierte Wahl zu treffen. In diesem Artikel erklären wir Ihnen pro Abschnitt, was Sie sehen und was es bedeutet.

Die Zusammensetzungstabelle: Wie viel steckt eigentlich drin?
Der wichtigste Bestandteil jedes Supplement-Etiketts ist die Tabelle mit der Menge an Wirkstoffen pro Portion. Diese Portion kann eine Kapsel sein, aber auch zwei Tabletten oder ein Messlöffel Pulver.
Achten Sie immer darauf, ob die angegebene Menge pro Kapsel oder pro Tagesdosis gilt. Das macht einen großen Unterschied.
Neben der Menge sehen Sie häufig einen Prozentsatz: den NRV, den Nährstoffbezugswert (Referenzmenge). Dies ist die europäisch festgelegte Tagesmenge, die als Referenzwert für gesunde Erwachsene dient. Ein NRV von 100 % bedeutet, dass eine Portion den vollständigen Referenzwert abdeckt. Ein NRV von 500 % klingt alarmierend, doch bei wasserlöslichen Vitaminen (wie Vitamin C und den B-Vitaminen) verlässt der Überschuss den Körper einfach über den Urin.
Die Zutatenliste: mehr als nur der Wirkstoff
Unter oder neben der Zusammensetzungstabelle finden Sie die vollständige Zutatenliste. Diese beginnt mit den Wirkstoffen, enthält aber auch die sogenannten Hilfsstoffe: Stoffe, die benötigt werden, um dem Produkt seine Form zu geben. Denken Sie dabei an Kapselhüllen, Füllstoffe, Bindemittel oder Fließhilfsmittel.
Häufig vorkommende Hilfsstoffe, auf die Sie stoßen können, sind Magnesiumstearat (ein Fließhilfsmittel), mikrokristalline Cellulose (ein Füllstoff pflanzlichen Ursprungs) und Siliciumdioxid.
Eine häufig verwendete Kapselhülle ist HPMC (Hydroxypropylmethylcellulose). Dies ist ein pflanzlicher Stoff, der als Alternative zu Gelatine dient. HPMC-Kapseln sind für Veganer und Vegetarier geeignet. Auf dem Etikett ist dies als „pflanzliche Kapsel", „HPMC" oder „vegetarische Kapsel" angegeben.
Je kürzer und übersichtlicher die Zutatenliste, desto weniger Zusatzstoffe enthält das Produkt, auch wenn das an sich nichts über die Qualität des Wirkstoffs aussagt.
Der Name des Wirkstoffs: Welche Form ist es?
Dies ist einer der informativsten und am häufigsten übersehenen Bestandteile eines Supplement-Etiketts. Der Name eines Wirkstoffs verrät nämlich, in welcher chemischen Form der Stoff vorliegt.
- Bei Magnesium sehen Sie zum Beispiel: Magnesiumoxid, Magnesiumcitrat oder Magnesiumbisglycinat.
- Bei Zink: Zinkoxid, Zinkcitrat oder Zinkbisglycinat.
- Bei Vitamin B12: Cyanocobalamin oder Methylcobalamin.
Jede dieser Formen hat eine andere chemische Struktur, und das ist direkt am Namen auf dem Etikett erkennbar.
Gütesiegel und Zertifizierungen
Auf vielen Nahrungsergänzungsmitteln finden sich Logos von Gütesiegeln oder Zertifizierungen. Die häufigsten sind:
- GMP (Good Manufacturing Practice): ein internationaler Produktionsstandard, der Anforderungen an Hygiene, Prozesse und Qualitätskontrolle in der Fabrik stellt.
- HACCP: ein Lebensmittelsicherheitssystem, das auf die Vermeidung von Verunreinigungen abzielt.
- ISO-Zertifizierung: ein breiterer Qualitätsstandard für Unternehmensprozesse.
- Veganes oder vegetarisches Gütesiegel: eine Bestätigung, dass Kapselhülle und Zutaten frei von tierischen Stoffen sind.
Beachten Sie: Ein Gütesiegel sagt etwas über den Produktionsprozess aus, nicht über die Wahl des Rohstoffs oder die Konzentration des Wirkstoffs.
Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargennummer
Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt an, bis wann der Hersteller die Qualität und Wirkstärke des Produkts garantiert, sofern es korrekt gelagert wurde. Nach diesem Datum ist das Nahrungsergänzungsmittel nicht zwangsläufig unsicher, aber die Konzentration der Wirkstoffe kann abgenommen haben.
Die Chargennummer (meist ein kleiner Code am Boden oder an der Seite der Verpackung) ermöglicht es, ein Produkt bis zu einer bestimmten Produktionscharge zurückzuverfolgen. Bei Qualitätsmarken ist dies eine Standardangabe und ein Zeichen für Transparenz in der Produktionskette.
Die Chargennummer auf einem Nahrungsergänzungsmittel ermöglicht es, genau nachzuvollziehen, wann, wo und wie ein Produkt hergestellt wurde. Bei einem Qualitätsproblem kann anhand der Chargennummer auch die genaue Charge zurückgerufen werden.
Etiketten lesen für bestimmte Zielgruppen
- Veganer — achten Sie auf die Kapselhülle: Gelatine ist tierischen Ursprungs. Suchen Sie nach „pflanzliche Kapsel", „HPMC" oder „Pullulan". Prüfen Sie bei Vitamin D3 die Herkunft, achten Sie auf Flechten als pflanzliche D3-Quelle. Bei Omega-3: Achten Sie auf Algenöl als pflanzliche EPA+DHA-Quelle.
- Menschen mit Allergien — suchen Sie auf dem Etikett nach „glutenfrei", „laktosefrei" und „sojafrei", falls diese für Sie relevant sind. Hilfsstoffe wie Laktose, Maltodextrin und Sojalecithin kommen regelmäßig in Nahrungsergänzungsmitteln vor.
- Sportler — achten Sie auf das NZVT-Logo und überprüfen Sie die Chargennummer über die NZVT-Datenbank. Für die internationale Nutzung: Informed Sport ist das einzige ausländische Gütesiegel, das von der niederländischen Anti-Doping-Behörde anerkannt wird.
Zusammengefasst
- Portionsgröße: pro Kapsel oder pro Tagesdosis?
- NRV-Prozentsatz: welchen Prozentsatz des Nährstoffbezugswerts deckt eine Portion?
- Name des Wirkstoffs: in welcher chemischen Form liegt der Stoff vor?
- Zutatenliste: welche Hilfsstoffe wurden hinzugefügt?
- Gütesiegel: welche unabhängigen Zertifizierungen sind angegeben
- Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargennummer: sind sie vorhanden und rückverfolgbar?
Ein Supplement-Etikett zu lesen erfordert etwas Übung, doch sobald Sie mit den Bestandteilen etwas vertraut sind, erkennen Sie schnell den Unterschied zwischen Produkten.
Haben Sie ein bestimmtes Produkt aus unserem Sortiment, zu dessen Zusammensetzung Sie Fragen haben? Unsere geprüften Drogistinnen und Drogisten helfen Ihnen gerne weiter. Nehmen Sie gerne Kontakt auf.
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