Wissensdatenbank

Nährstoffzufuhr bei Abnehmmedikamenten

Immer mehr Menschen verwenden moderne Medikamente zur Gewichtsabnahme, darunter auch GLP-1-Medikamente. Diese Medikamente werden unter anderem zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und zur Unterstützung der Gewichtsreduktion eingesetzt. Sie verringern den Appetit und sorgen dafür, dass Sie sich schneller satt fühlen. Das kann beim Abnehmen helfen, bedeutet aber auch, dass Sie weniger essen. Dadurch kann die Zufuhr wichtiger Nährstoffe unbemerkt deutlich sinken.

Mehr Suchergebnisse von uns auf Google sehen

Als bevorzugte Quelle hinzufügen (öffnet in einem neuen Tab)

Dieser Zusammenhang erscheint nicht nur plausibel, sondern zeigt sich auch in einer großen US-amerikanischen Studie mit mehr als 460.000 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, die GLP-1-Medikamente anwendeten. Innerhalb eines Jahres wurde bei mehr als jeder fünften Person ein Nährstoffmangel diagnostiziert. Diese Ergebnisse sind durchaus besorgniserregend.

Am häufigsten trat ein Vitamin-D-Mangel auf, gefolgt von einem Mangel an B-Vitaminen und Eisen. Bei einem kleinen Teil, etwa 3 %, gab es außerdem Anzeichen für einen Verlust an Muskelmasse. Die Studie bezog sich speziell auf Menschen mit Typ-2-Diabetes. Der zugrunde liegende Mechanismus – weniger essen und dadurch weniger Nährstoffe aufnehmen – kann jedoch auch relevant sein, wenn Sie diese Medikamente zur Gewichtsreduktion anwenden.

Warum können Abnehmmedikamente die Nährstoffzufuhr beeinflussen?

Abnehmmedikamente verringern den Appetit. Das kann dazu führen, dass Sie:

  • sich schneller satt fühlen;
  • weniger Hunger haben;
  • zeitweise unter Übelkeit leiden;
  • kleinere Portionen essen;
  • seltener essen.

Wenn Sie dauerhaft weniger essen, kann Ihre gesamte Nährstoffzufuhr sinken. Eine geringere Nahrungsaufnahme führt nicht automatisch zu einem Mangel. Sie kann jedoch dazu führen, dass Sie weniger Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß und Flüssigkeit aufnehmen, als Ihr Körper benötigt.

Welche Nährstoffe kommen häufig zu kurz?

Aktuelle Studien zeigen, dass bestimmte Nährstoffe besonders leicht in zu geringer Menge aufgenommen werden, wenn Menschen aufgrund von Abnehmmedikamenten weniger essen. Am häufigsten betroffen sind:

Vitamin D

Ihr Körper bildet den größten Teil des benötigten Vitamin D unter dem Einfluss von Sonnenlicht selbst in der Haut. Ein kleinerer Teil stammt aus der Nahrung, insbesondere aus fettem Fisch, Eiern und Fleisch. In den Niederlanden wird Vitamin D außerdem Margarine, Halbfettmargarine sowie Back- und Bratfetten zugesetzt.

Wenn Sie weniger essen, und insbesondere weniger von diesen Lebensmitteln, nehmen Sie über die Nahrung auch weniger Vitamin D auf. Das fällt vor allem im Herbst und Winter ins Gewicht. In dieser Zeit bildet die Haut aufgrund der geringeren Sonneneinstrahlung nur wenig Vitamin D und die Zufuhr über die Nahrung gewinnt an Bedeutung.

B-Vitamine

B-Vitamine sind in vielen verschiedenen Lebensmitteln enthalten, beispielsweise in Vollkornprodukten, Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Eiern, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse. Der Körper kann die meisten B-Vitamine kaum speichern. Daher ist eine regelmäßige Zufuhr wichtig.

Wenn Sie kleinere Portionen essen oder bestimmte Lebensmittelgruppen weglassen, kann die Zufuhr sinken. Vitamin B12 kommt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Wenn Sie davon weniger essen oder sich überwiegend pflanzlich ernähren, sollten Sie besonders auf Ihre Vitamin-B12-Zufuhr achten.

Eisen

Eisen aus Fleisch und Fisch wird vom Körper besser aufgenommen als Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Wenn Sie weniger Fleisch und Fisch essen, nimmt vor allem die Zufuhr dieser gut verfügbaren Eisenquelle ab.

Kombinieren Sie pflanzliche Eisenquellen mit Gemüse oder Obst, das Vitamin C enthält. Dadurch wird die Aufnahme von Eisen verbessert. Frauen, die menstruieren, haben einen höheren Eisenbedarf.

Eiweiß

Der Verlust von Muskelmasse verdient bei einer schnellen Gewichtsabnahme besondere Aufmerksamkeit – unabhängig davon, ob Medikamente verwendet werden. Eine zu geringe Eiweißzufuhr kann den Muskelabbau verstärken.

Verteilen Sie Ihre Eiweißzufuhr über den Tag, anstatt sich auf eine größere Mahlzeit zu verlassen. Das ist besonders sinnvoll, wenn Sie nur kleine Portionen auf einmal essen können. Proteine tragen zur Erhaltung von Muskelmasse bei.

Flüssigkeit

Einen erheblichen Teil Ihrer Flüssigkeit nehmen Sie unbemerkt über die Nahrung auf. Wenn Sie weniger essen, fällt ein Teil dieser Flüssigkeitszufuhr weg.

Ein vermindertes Durstgefühl kann das Risiko einer Dehydrierung zusätzlich erhöhen. Das gilt insbesondere bei warmem Wetter, für ältere Menschen oder wenn gleichzeitig Übelkeit oder Durchfall auftreten. Warten Sie nicht, bis Sie Durst haben. Trinken Sie über den Tag verteilt in regelmäßigen Abständen kleine Mengen Wasser.

Woran erkennen Sie, dass Ihre Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht gerät?

Meist bemerken Sie nicht sofort, dass Ihre Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht gerät. Eine unzureichende Nährstoffzufuhr entwickelt sich häufig schleichend.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Müdigkeit;
  • Schwindel;
  • Muskelschwäche;
  • verminderte Leistungsfähigkeit;
  • schneller Gewichtsverlust;
  • ein geringeres Durstgefühl.

Diese Beschwerden sind unspezifisch und weisen nicht zwangsläufig auf einen Nährstoffmangel hin. Sie können jedoch ein Anlass sein, Ihre Ernährung genauer zu betrachten.

Wie können Sie einem Mangel vorbeugen?

Die folgenden Hinweise gelten nicht nur bei der Anwendung von Abnehmmedikamenten, sondern bei jeder Form eines schnellen Gewichtsverlusts:

  • Nehmen Sie nicht zu schnell ab. Ein allmählicher Gewichtsverlust gibt Ihrem Körper mehr Zeit, sich anzupassen.
  • Essen Sie zu jeder Mahlzeit eine Eiweißquelle wie Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte oder Milchprodukte – auch wenn Sie nur kleine Portionen zu sich nehmen. Proteine tragen zur Erhaltung von Muskelmasse bei.
  • Wenn es Ihnen nicht gelingt, allein über die Ernährung ausreichend Eiweiß aufzunehmen, kann ein Eiweißsupplement, beispielsweise ein Shake oder Proteinpulver, eine praktische Ergänzung sein.
  • Wählen Sie nährstoffreiche Lebensmittel anstelle von „Light“- oder Diätprodukten mit geringem Nährwert.
  • Verteilen Sie Ihre Mahlzeiten über den Tag. Dadurch fällt es häufig leichter, den gesamten Nährstoffbedarf zu decken.
  • Wenn Sie weniger essen, sollte jeder Bissen möglichst viele wertvolle Nährstoffe liefern. Wählen Sie beispielsweise eiweißreiche Lebensmittel, Gemüse, Vollkornprodukte und Milchprodukte.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser, auch wenn Sie weniger Durst verspüren.
  • Achten Sie besonders auf Vitamin D, B-Vitamine, darunter Vitamin B12, Eisen und Zink. Bei diesen Nährstoffen kann die Zufuhr während einer Gewichtsabnahme besonders leicht sinken.
  • Wenn Sie dauerhaft weniger essen, kann ein tägliches Multivitaminpräparat mit Mineralstoffen zur ergänzenden Absicherung der Nährstoffzufuhr dienen. Es ersetzt keine abwechslungsreiche Ernährung.
  • Lassen Sie Ihre Ernährung und mögliche Beschwerden regelmäßig von Ihrer Hausarztpraxis oder einer Ernährungsfachkraft beurteilen.
  • Nehmen Sie Beschwerden wie anhaltende Müdigkeit, Schwindel oder auffälligen Haarausfall ernst und besprechen Sie diese mit einer medizinischen Fachkraft.

Wurde ein Mangel festgestellt?

  • Lassen Sie bei anhaltenden Beschwerden in Ihrer Hausarztpraxis eine Blutuntersuchung durchführen, damit festgestellt werden kann, welche Nährstoffwerte tatsächlich zu niedrig sind.
  • Gleichen Sie einen nachgewiesenen Mangel gezielt und entsprechend den Untersuchungsergebnissen aus, anstatt wahllos hoch dosierte Präparate einzunehmen.
  • Besprechen Sie die Dosierung und Dauer der Supplementierung mit Ihrer Hausarztpraxis oder einer Ernährungsfachkraft.
  • Achten Sie neben der Supplementierung weiterhin auf eine ausgewogene Ernährung. Ein Nahrungsergänzungsmittel kann eine dauerhaft unzureichende Nährstoffzufuhr nicht nachhaltig ausgleichen.
  • Geben Sie Ihrem Körper Zeit. Die Erholung kann beispielsweise bei Haarausfall mehrere Monate dauern – auch dann, wenn Ihre Ernährung bereits wieder ausgewogen ist.

Neue Kategorie für Nahrungsergänzungsmittel

Für Menschen, die Medikamente zur Gewichtsabnahme anwenden, wurde eine neue Produktkategorie eingerichtet. Sie erleichtert die Suche nach Nahrungsergänzungsmitteln, die bei einer geringeren Nahrungsaufnahme oder einem verminderten Appetit relevant sein können.

Häufig gestellte Fragen

Entsteht ein Mangel durch das Medikament selbst oder dadurch, dass Sie weniger essen?

Soweit bekannt, spielt vor allem die geringere Nahrungsaufnahme eine Rolle. Abnehmmedikamente verringern den Appetit und Studien zufolge kann die Energiezufuhr um etwa 16 bis 39% sinken.

Je weniger Sie essen, desto schwieriger kann es werden, ausreichend Vitamine und Mineralstoffe aufzunehmen. Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Durchfall können die Nährstoffzufuhr zusätzlich verringern.

Sollte ich bei der Anwendung von Abnehmmedikamenten ein Multivitaminpräparat einnehmen?

Wenn Sie dauerhaft deutlich weniger essen, kann ein herkömmliches Multivitaminpräparat mit Mineralstoffen zur ergänzenden Absicherung von Nährstoffen dienen, die Sie über die Nahrung in geringerer Menge aufnehmen. Ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt keine abwechslungsreiche Ernährung.

Ist ein bariatrisches Multivitaminpräparat bei der Anwendung von Abnehmmedikamenten geeignet?

Nein. Bariatrische Multivitaminpräparate, auch WLS-Multivitamine genannt, wurden speziell für Menschen entwickelt, die sich einer bariatrischen Operation wie einem Magenbypass oder einer Schlauchmagenoperation unterzogen haben. Nach einem solchen Eingriff kann der Körper bestimmte Nährstoffe schlechter aufnehmen. Deshalb enthalten diese Präparate häufig höhere Mengen ausgewählter Vitamine und Mineralstoffe. Wenn Sie Abnehmmedikamente anwenden, aber nicht bariatrisch operiert wurden, ist ein solches Präparat in der Regel nicht erforderlich.

Welche Blutwerte können bestimmt werden?

Besprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis, ob eine Blutuntersuchung sinnvoll ist. Das gilt insbesondere, wenn Sie über einen längeren Zeitraum deutlich weniger essen oder Beschwerden haben.

Werte, die in diesem Zusammenhang häufig bestimmt werden, sind Ferritin als Maß für Ihre Eisenspeicher, Vitamin B12, Folat und Vitamin D.

Mehr dazu lesen Sie in: Wirken meine Nahrungsergänzungsmittel? Was eine Blutuntersuchung zeigt und was nicht.

Sie sind unsicher, ob Ihre Ernährung noch ausgewogen ist, oder wünschen Sie eine persönliche Beratung? Unsere qualifizierten Fachberaterinnen beraten Sie gerne dazu, welche Nährstoffe während der Anwendung von Medikamenten zur Gewichtsabnahme besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Sie erreichen uns während der Öffnungszeiten telefonisch (+31 318 64 89 89), per WhatsApp (+31 683 702 040) E-Mail (info@gezondheidaanhuis.nl) oder Chat.

Mehr Suchergebnisse von uns auf Google sehen

Als bevorzugte Quelle hinzufügen (öffnet in einem neuen Tab)

Über diesen Artikel

Geschrieben von:

Michiel Roeleveld
Michiel Roeleveld Direktor von Gezondheid aan huis

Letzte Aktualisierung: